Grafik
Grafik

.

> GENIESSERREGION HOHENLOHE

Stärke der Region liegt in der Vielfalt

Weinhändler Rouven Fritzenschaft kann sich die Genießerregion
Hohenlohe nicht ohne Wein vorstellen.

Hohenlohe und Wein – eine gute Kombination?
Die Genießerregion Hohenlohe hat viele tolle Produkte wie Käse oder Fleisch zu bieten. Da gehört der Wein sicher auch dazu. Viele Köche kreieren aus regionalen Produkten tolle Gerichte, die in Kombination mit dem richtigen Wein zu einem wirklichen Erlebnis werden.

Bei welchen Rebsorten liegen die Stärken der Region?
Die Vielfalt ist entscheidend. Hervorragend gedeihen klassische Rebsorten wie Silvaner, Riesling, Lemberger und Spätburgunder. Dazu kommen Neuzüchtungen oder Rebsorten wie Bacchus und Müller Thurgau, die eine Renaissance erleben.

Der Boden prägt den Wein. Was bedeutet das für Hohenlohe?
Da die Böden im Kocher-, Jagst- und Taubertal zum Teil sehr stark durch Muschelkalk geprägt sind, gedeihen dort sehr gut Rebsorten wie Riesling, Silvaner oder Sauvignon Blanc, die eine gewisse Säurestruktur aufweisen. Diese Weine zeigen dann ein tolles Säure-Aroma-Spiel. Der schwerere Keuperboden bei Öhringen, Bretzfeld oder im Steinbacher Tal eignet sich hervorragend für Lemberger, Grauburgunder und Chardonnay. Die Weine können dann etwas mehr Tiefe und Opulenz zeigen.

In der Gastronomie liegt Regionales groß im Trend. Wie sieht es beim Wein aus?
Regionalität gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Menschen sind sensibilisiert und bevorzugen regionale Lebensmittel. Dazu gehört natürlich auch der Wein. Sie wollen hier das Prinzip kurzer Wege. Auch der Umweltschutz spielt eine Rolle. Unsere Weinhandlung in Bad Mergentheim liegt im Grenzbereich der drei Anbaugebiete Franken, Baden und Württemberg. Diese Weine verkaufen wir im Ladengeschäft überdurchschnittlich oft.

In vielen Weingütern hat ein Generationswechsel stattgefunden. Zeigt sich das auch in den Weinen?
Die Weinszene ist in ständigem Wandel. Einen großen Anteil daran haben natürlich auch Generationswechsel. Viele junge Winzer, die jetzt in der Verantwortung sind, haben Praktika im In- und Ausland gemacht und schließen sich mit anderen Winzern zusammen, um ihre Qualität zu beobachten und sich auszutauschen. Das steigert Knowhow und Weinqualität.

Das Taubertal hat als regionale Spezialität den Tauberschwarz. Er war fast ausgestorben und wird wieder auf rund 15 Hektar kultiviert. Welches Potential hat der Tauberschwarz und was bringt er für Weine hervor?
Sein Potential ist groß. In einer Zeit, in der immer mehr internationale Rebsorten den Weg in die hiesigen Weinberge finden, ist eine autochthone regionale Rebsorte eine wichtige Erweiterung im Angebot und Sortenspiegel. Die Nachfrage nach Tauberschwarz-Weinen steigt kontinuierlich. Im besten Fall bringt er kräutrig-würzige Weine mit guter Struktur und Eleganz hervor. Das Aromenspektrum liegt grob zwischen Spätburgunder und Schwarzriesling. Generell ist er ein toller Begleiter zu Rind- und Wildgerichten. Dass er sich etabliert hat, zeigt sich auch daran, dass ihn Slow Food in die Arche des guten Geschmacks aufgenommen hat.

Ein anderes Beispiel, auch in Hohenlohe alles andere als ausgestorben und eine Art Markenzeichen für Württemberg: Was halten Sie vom Trollinger?
Er ist eine unserer am meisten unterschätzten Rebsorten. Wo heutzutage tiefdunkle und sehr kräftige Weine oft die Messlatte darstellen, ist es nicht leicht für den  Trollinger, seinen Platz zu finden. Absolut zu Unrecht. Ein gut gemachter Trollinger ist ein toller Essensbegleiter für regionale Spezialitäten wie Maultaschen oder auch Gerichte wie Schäufele oder Rippchen.

Wein-Tourismus und erlebnisorientierte Kurztrips liegen im Trend. Was hat die Genießerregion Hohenlohe hier zu bieten?
Viele Winzer in Hohenlohe haben begriffen, dass es sehr wichtig ist, den Kunden an die Hand zu nehmen. Man verkauft nicht nur Wein, sondern auch Emotion. Da gehört der Wein dann zum Gesamterlebnis dazu. Wir sehen das in Hohenlohe an der Kochertaler Genießertour, vielen Weinbergsführungen, Weinfesten wie dem Hohenloher Weindorf und natürlich auch an den Besenwirtschaften. Kunden entkommen für kurze Zeit den Metropolen wie Stuttgart, Frankfurt oder Nürnberg und genießen die Idylle im Hohenloher Land. Relevant für einen Kurztrip ist natürlich auch, dass man Hohenlohe über die Autobahn relativ bequem und schnell erreicht.

Welche für Hohenlohe typischen Rebsorten sollte ein Besucher unbedingt probieren?
Immer die regional geprägten. Bei den Weißweinen ist das sicher Riesling, Silvaner, Weißburgunder und Müller Thurgau. Bei den Roten Lemberger oder Schwarzriesling. Nicht vergessen sollte man aber auch den eleganten Samtrot.

Ein Großteil der Rebfläche in der Genießerregion wird von Genossenschaften bewirtschaftet. Wie wichtig sind sie für den Weinbau in der Region?
Wie die Weingüter haben sich auch die Genossenschaften weiterentwickelt. Auch hier sehen wir heute viele Innovationen, die zur Verbesserung der Qualität beitragen. Nahezu überall wurde durch striktes Qualitätsdenken das Prinzip Masse statt Klasse abgelöst. Um die Weinqualität zu verbessern, produzieren viele Genossenschaften verschiedene Linien. Das Angebot reicht von einfachen Alltagsweinen bis hin zu wirklich hochklassigen Gewächsen. Da die Genossenschaften einen Großteil der Rebflächen bewirtschaften, ist ihr Einfluss sehr hoch und setzt für den Kunden ein gewisses Qualitätsniveau.

Welchen Stellenwert hat die Genießerregion Hohenlohe in der Weinszene Württemberg?
Einen nicht unerheblichen. Das liegt an ihrer Vielfalt an Weinen und gastronomischen Betrieben, die auf sehr gutem Niveau arbeiten. Hohenlohe steht bei vielen Produkten wie natürlich auch beim Wein für absolute Qualität. Zudem macht der große Sortenspiegel Hohenlohe für Weinliebhaber immer interessanter.

Zum guten Schluss Ihr wichtigster Tipp für einen gelungenen Wein-Genuss?
Voraussetzung ist die richtige Temperatur des Weines. Bei Rotweinen kann es sinnvoll sein, die Weinflasche einige Stunden vor dem Trinken zu öffnen oder auch zu dekantieren, um die Aromatik voll genießen zu können. Ansonsten wünsche ich viel Spaß beim Weingenuss und empfehle, sich einfach auf das Erlebnis Wein einzulassen.

Info:
Victoria Weine
Seegartenstraße 4, 97980 Bad Mergentheim
Telefon 07931 563411 www.victoria-weine.de

 

Weingärtnergenossenschaften

Weingärtner Markelsheim
180 Hektar, 300 Mitglieder, 7 Anbaugebiete mit Steillagen im Vorbach- und Taubertal; Muschelkalkböden; Tauberschwarz; Führungen, Proben, Seminare, Weinwanderungen, Weinbergrundfahrten, Kellerführungen.

Scheuerntorstraße 19 97980 Bad Mergentheim-Markelsheim Telefon 07931 90600 www.markelsheimer-wein.de

Becksteiner Winzer
275 Hektar, 354 Mitglieder aus 20 Weinorten entlang der Romantischen Straße und der Tauber (Anbaugebiet Baden); Muschelkalkböden; Premium-Linie Kilian, junge Linie „Becksteiner Rebell“ Bocksbeutelweine; Becksteiner WeinWelt (Vinothek, Winzerstube und St.Kilian-Keller; Proben, Kellerführungen, Weinbergwanderungen).

Weinstraße 30, 97922 Lauda-Königshofen-Beckstein Telefon 09343 5000
www.becksteiner-winzer.de


Weinkellerei Hohenlohe
560 Hektar, 560 Mitglieder aus 30 Weinorten an Jagst, Kocher, Brettach, im Steinbacher Tal und in der Hohenloher Ebene; Keuper-, Löß- und Muschelkalkböden. Marke „Fürstenfass“; Hauptsorten Trollinger, Lemberger, Riesling.

Alter Berg 1, 74626 Bretzfeld-Adolzfurt
Telefon 07946 91100 www.fuerstenfass.de

 

Empfohlenes Weinhotel Baden-Württemberg

Die ausgezeichneten Häuser bieten Weinkompetenz und liegen in den Weinlandschaften Baden und Württemberg. Vielfältige Weinerlebnisse, Arrangements und eine umfangreiche Auswahl an regionalen Weinen werden geboten. Die in der Genießerregion mit dem Siegel  ausgezeichenten Betriebe finden Sie unter www.hohenlohe.de und www.bad-mergentheim.de

 





 

https://issuu.com/touristikgemeinschafthohenlohe/docs/tgh_genie__erregion_hohenlohe_2017_https://issuu.com/touristikgemeinschafthohenlohe/docs/tgh_genie__erregion_hohenlohe_2017_
http://www.hohenlohe.de
http://www.hs-tourismus.de
http://www.bad-mergentheim.de